Sonntag, 12.02. um 20.2o Uhr RAI Südtirol

In der Tragödie „König Ödipus“ von Sophokles wird die Unausweichlichkeit des Schicksals erzählt: Laios, dem König von Theben, wird vom Orakel vorhergesagt, dass er von seinem Sohn getötet werden wird. Deshalb lassen er und seine Frau Iokaste den Säugling Ödipus mit gebundenen Füßen aussetzen. Da der Diener aber Mitleid hat, übergibt er das Kleinkind einem Hirten, so dass Ödipus in Korinth aufwächst. Als Ödipus vom Orakel vorausgesagt wird, er werde seinen Vater töten und mit seiner Mutter Kinder zeugen, verlässt er Korinth. Auf dem Weg nach Theben trifft er auf Laios, den er im Streit erschlägt, in Theben heiratet er dann die verwitwete Iokaste – ohne zu ahnen, dass es seine Mutter ist. So erfüllt sich das vorhergesagte Schicksal, obwohl ihm Ödipus entfliehen wollte.

Der Ödipus-Mythos entfaltete eine sehr große kulturgeschichtliche Wirkung, die beste Dramatisierung ist jene des Sophokles, die 425 v. Chr. uraufgeführt wurde. Bekannt, ja geradezu populär wurde Ödipus durch Sigmund Freud. Der Begründer der Psychoanalyse beschäftigte sich mit der erotischen Zuneigung des heranwachsenden Knaben zur Mutter .- und benannt diese Phase als „ödipale Phase“ bzw. als „Ödipus-Komplex“.

 

Theater zu Gast“ thematisiert mit Stückausschnitten und Interviews die große Tragödie von Sophokles, behandelt aber auch die Entität des Mythos und dessen Deutung durch Sigmund Freud, die Stadt München und das Residenztheater, dessen Produktion des „König Ödipus“ Mitte Februar in Bozen gastiert.